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Zucchero: Italienisches Blues-Phänomen kommt nach Deutschland

Neun Konzerte in Deutschland wird niemand geringerer als Zucchero in diesem Jahr geben. Hinzu kommen drei Shows in Österreich, zwei in der Schweiz, eine in Luxemburg und unzählige in der ganzen Welt.

Fakt ist: Zucchero ist ein Unikum. Der “Vater des italienischen Blues”, wie er zurecht genannt wird, ist 64. Wenn er auf der Bühne steht, wirkt Adelmo Fornaciari, so sein ursprünglicher Name, aber eher wie 46. Nun schwingt er sich wieder in den Tourbus und den Flieger.

Von Australien bis Europa

Der italienische Weltstar ist bereits dabei, sich aufzuwärmen, denn schon im April wird er in Australien, Neuseeland und den U.S.A. erwartet. Nach einem einzelnen Auftritt in der Schweiz geht die Tour in der deutschsprachigen Welt Ende Oktober richtig los. Eines ist sicher: Zucchero wird die Bühne regieren und seine alten und neuen Fans verzaubern, egal wo er auftaucht.

Fornaciari wollte ursprpnglich Tierarzt werden. Er bestand 39 von 51 Examen, warf aber das Studium über Bord, da er anders sein wollte, als seine Eltern. Es dauerte nicht lange, bis er dieses Ziel erreichte.

Mitte der 1970er-Jahre flog er nach San Francisco, wo er seinen zukünftigen Plattenproduzenten Corrado Rustici traf. Mit ihm diskutierte er die Gründung eines “untypischen italienischen Projektes mit afroamerikanischem Einfluss”. Als das Jahrzehnt zuende Ging, hatte Zucchero diverse Hits für andere Künstler geschrieben. Auch tourte er mit seiner damaligen Band Taxi.

Komprimierte Schönheit

Seine Solokarrriere konnte zu diesem Zeitpunkt eine Politur und neue Zündkerzen gut gebrauchen. So kam es dann. Zuccheros Lied “Donne”, das er mit Hilfe seines Freundes aus San Francisco aufnahm, wurde ein italienischen Klassiker. Dies galt auch für “Come il sole all’improvviso”.

Im Jahr 1987 begannen verrückte Zeiten, als seine Platte “Blue’s” in Italien das meistverkaufte Album aller Zeiten wurde. Den Rekord brach Zucchero zwei Jahre später selbst, mit seiner nächsten Aufnahme. Auf der Bühne kooperierte er mit Größen wie Joe Cocker, Ray Charles und Dee Dee Bridgewater.

Zahlreiche Soloalben, Tourneen und Kooperationen folgten. Ein gutes Beispiel für letztere: Mit dem brasilianischen Superstar Sergio Mendes nahm Zucchero die italienische Version von “Puzzle of Hearts” auf, einer Komposition von Mendes’ nicht minder begabten Landsmann Djavan auf dem Mendes-Album “Oceano”. Diese wurde “Un ozeano di silenzi” betitelt. Zuhörer schmolzen dahin, aufgrund der komprimierten Schönheit, die dieser Song ausstrahlte.

“Eher wie Bukowski”

Zucchero hat ein Problem mit der englischen Sprache, zumindest beim Singen: “Wenn ich die englische Version eines Liedes singe, verliere ich etwas”, sagt er. “Ich würde gerne einen Weg finden, meine Songtexte besser ins Englische zu konvertieren, denn sie sind sehr persönlich. Zudem benutze ich eine Menge Slang. Wenn dies übersetzt wird, gehen die Ironie und der Sarkasmus verloren. Leute in England oder Amerika kennen mich nur aufgrund meiner Balladen. Meine schnellen Songs sind aber sehr sarkastisch. Ich bin eher wie Tom Waits oder Charles Bukowski, als wie Whitney Houston.” Zum Glück.

Dies ist Zuccheros Tourplan 2020 für die deutschsprachigen (oder teilweise deutschsprachigen) Länder:

13. Juni 2020: Sierre, (Schweiz)
31. Oktober 2020: Innsbruck
1. November 2020: Graz
4. November 2020: Wien
6. November 2020: Luxemburg
November 19th, 2020: Leipzig
November 20th, 2020: Hamburg
21. November 2020: Berlin
24. November 2020: Stuttgart
25. November 2020: München
27. November 2020: Frankfurt
28. November 2020: Düsseldorf

2. Dezember 2020: Lingen (Germany)
5. Dezember 2020: Zürich

Zu Zuccheros Webseite geht es hier. Tickets für Deutschland, Österreich und Luxemburg gibt es hier.